CDU Ketsch besichtigt Wasserwerk Schwetzinger Hardt


Der CDU-Gemeindeverband hatte am 20.02.2020 zur Besichtigung des örtlichen Wasserwerkes Schwetzinger Hardt eingeladen. Der Vorsitzende des Verbandes, Tobias Kapp, konnte zum Auftakt etwa 30 Gäste begrüßen, darunter Mitglieder und Freunde der CDU Ketsch, die Schwetzinger Stadtverbandsvorsitzende Sarina Kolb und Vorstandsmitglieder der Bürgerinitiative „Rettet den Entenpfuhl“.

Die Versorgung der Region mit frischem Trinkwasser

Der technische Geschäftsführer des Zwecksverbands Wasserversorgung Kurpfalz (ZWK), Bodo Kleinevoß, sowie der Wassermeister Uwe Eisinger nahmen die Teilnehmer mit auf einen Rundgang durch die Anlage. Sie berichteten aus erster Hand, wie das Grundwasser gefördert und als sauberes Trinkwasser in die Leitungen von Ketsch, Schwetzingen und Umgebung sowie Mannheim und Heidelberg gelangt. Vom Odenwald her kommend fließt das Grundwasser unter dem Schwetzinger Hardtwald in Richtung Rhein. Dieses großflächige Waldgebiet schützt das Grundwasser insbesondere vor den Nitraten, die in anderen Gegenden Deutschlands das entnommene Wasser stark belasten.
Aus 20 Brunnenbohrungen, die in Tiefen von 40 bis 120 Metern vordringen, werden jährlich 12 Millionen Kubikmeter (12 Milliarden Liter!) Grundwasser gefördert und noch vor Ort mittels Quarzsand- und Kiesfiltern von Eisen und Mangan befreit – ganz natürlich und ohne Einsatz von Chemikalien. Anschließend wird es in das Leitungsnetz eingespeist und fließt in die gesamte Region zu den Wasserhähnen. Zwei riesige Trinkwasserspeicher mit einem Speichervolumen von zusammen 15.000 m³ und sechs Druckpumpen sorgen dafür, dass zu jederzeit genügt Wasser bei den Haushalten ankommt.

Diskussion mit den Experten

Im Anschluss an die Führung kam die Gruppe zusammen, um von Herrn Kleinevoß, seinem kaufmännischen Kollegen Steffen Mann, der Diplom-Ingenieurin Kathrin Böttcher von der Abteilung Ressourcenschutz und Wasserwirtschaft und Dr. Jochen Ries vom MVV-Wasserlabor umfängliche Antworten auf zahlreiche Fragen zu erhalten – gerade auch rund um die Thema Wasserschutzgebiet, Sicherheit und Wasserqualität.

Sicherheit der Versorgung

Für Notfälle ist das Wasserwerk bestens gerüstet. Etwaigen Stromausfällen wird mit jederzeit einsatzbereiten Notstromaggregaten vorgesorgt. Hackerangriffe werden regelmäßig simuliert und sollte das Werk wider Erwarten doch einmal die Versorgung einstellen müssen, kann auf die vernetzten Werke in Mannheim-Käfertal und Rheinau zugriffen werden. Die Wasserqualität wird ständig mit modernsten Messmethoden überwacht, die mittlerweile sogar Stoffe im Verhältnis eines Zuckerwürfels im Bodensee nachweisen können. Doch Dr. Jochen Ries appellierte an die Lokalpolitiker: „Der Vorrang der Trinkwasserversorgung muss mehr in den Köpfen verankert werden. Trinkwasser brauchen wir schließlich alle!“

Das Wasserschutzgebiet und die Gefahren durch das geplante Kiesabbauvorkommen

Auch auf das Wasserschutzgebiet und auf die möglichen Gefahren durch das Kiesabbauvorhaben im Entenpfuhl kam man zu sprechen. Zwar fließe das Grundwasser weg vom Wasserwerk hin zum Entenpfuhl, doch durch die Sogwirkung der Brunnen könne nicht mit ausreichender Sicherheit ausgeschlossen werden, dass Verunreinigungen durch den Kiesabbau angezogen werden. Schon lange bevor man von dem Vorhaben erfahren hatte, habe man die Ausweitung des Wasserschutzgebietes beantragt. Diese Neuabgrenzung ist mittlerweile vorläufig festgesetzt und umfasst auch den Entenpfuhl. Jedoch ist noch nicht sicher, ob es den Klagen der Firma Krieger auch endgültig standhält. Zudem wäre es wasserrechtlich selbst dann noch möglich, dass die Firma Krieger eine Ausnahmegenehmigung erhält.

Alle Teilnehmer waren sich einig:

Die gesicherte Versorgung der Region und die hervorragende Wasserqualität muss Priorität haben. Bevor die Bagger anrollen, muss dies sichergestellt werden!

>>> Link zum Artikel in der Schwetzinger Zeitung <<<

>>> Zur Webseite des Wasserwerkes <<<


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